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Ratgeber für die polnische Staatsangehörigkeit

 
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Miete von Wohnlokalen

In Polen funktioniert ein entwickelter Markt der Vermietung von Wohnungen. Anzeigen von Wohnungen zur Vermietung werden in Presse und Internet entweder von den Eigentümern der Wohnungen selbst oder durch Immobilienagenturen, die bei der Vermietung von Wohnungen vermitteln, eingestellt. In letzterem Fall muss die Person, die die Wohnung mieten will, damit rechnen, dass eine Provision zugunsten der Agentur zu zahlen ist, für gewöhnlich in der Höhe der einmonatigen Gebühr für die Verwendung der Wohnung. Dabei ist anzumerken, dass die Agentur nicht im Interesse der Person, die die Wohnung mieten will, arbeitet, sondern im Interesse des Eigentümers, der dieser die Vermittlung bei der Findung eines Mieters in Auftrag gegeben hat.

Zwar muss der Mietvertrag nicht in schriftlicher Form abgeschlossen werden (außer wenn der Vertrag für einen Zeitraum, der länger als ein Jahr dauert, abgeschlossen wird), in der Praxis werden diese Verträge jedoch in dieser Form abgeschlossen, d.h. schriftlich (siehe Muster eines Mietvertrags). Im Mietvertrag heißt das Subjekt, dass die Wohnung zur Verwendung abgibt Vermieter (dies ist für gewöhnlich der Eigentümer der Wohnung) und das Subjekt, welches die Wohnung benutzen wird – Mieter.

Beim Abschluss des Mietvertrags kann der Eigentümer der Wohnung (der Vermieter) die Einzahlung einer Kaution vom Mieter fordern. Dies ist eine gewisse Geldsumme (für gewöhnlich in der Höhe einer Monatsmiete) die vom Mieter zur Absicherung jeglicher zukünftiger Schulden dem Eigentümer gegenüber, die aus der Vermietung der Wohnung erfolgen können, zu bezahlen ist. Der Eigentümer ist verpflichtet, die Kaution innerhalb eines Monats, nachdem der Mieter aus der Wohnung ausgezogen ist, zurückzuzahlen und kann von dieser z. B. rückständige Zahlungen für die Wohnung oder Renovierungskosten (wenn sich die Wohnung in einem schlechteren Zustand, als vor dem Moment des Abschlusses des Vertrags, befindet) abziehen.
Der Mietvertrag muss die Höhe der Gebühr für die Benutzung der Wohnung (sog. Miete) sowie andere Gebühren, die der Mieter zu tragen hat (für Strom, Gas, Müllabfuhr, Kabelfernsehen, Telefon, Internet usw.) bezeichnen, sowie den Termin der Bezahlung dieser Gebühren festlegen.

Es ist ratsam, dass die Vertragsparteien vor dem Einzug des Mieters in die Wohnung ein Protokoll verfassen, welches den technischen Zustand der Wohnung (Wände, Fenster, Türen) sowie die darin befindlichen Geräte (z. B. Waschmaschine, Küche, Kühlschrank), Möbel usw. beschreibt. Dieses Protokoll dient der Festlegung des Grads der Verbrauchung der Wohnung beim Auszug des Mieters aus dieser.

Im Laufe der Vermietung ist der Mieter für den Zustand der Wohnung selber verantwortlich, hingegen der Eigentümer (Vermieter) für den Zustand der Gebäudes außer dem Lokal sowie für den Zustand der Installationen in den Wänden. Der Mieter ist insbesondere verpflichtet zur Reparatur der: Böden, Wände, Fenster, Türen, Möbel, Küche, Öfen, Wasserhähne, Steckdosen usw. Der Eigentümer hingegen ist insbesondere verpflichtet, für Ordnung und Sauberkeit in den gemeinsamen Teilen des Gebäudes zu sorgen (Treppen, Gänge, Tor) sowie die Installationen der Wasser- und Gasleitungen, Kanalisation, Zentralheizung, Stromleitungen, gemeinsamer Antenne zu reparieren. Der Eigentümer ist auch verpflichtet, Öfen, Fenster- und Türrahmen, Böden und Putz auszuwechseln, wenn diese nicht mehr zu reparieren sind.

Nach der Beendigung der Vermietung ist der Mieter verpflichtet, die Wohnung zu erneuern, indem er sie in den Zustand zurückversetzt, in dem sie sich vor dem Beginn der Vermietung befunden hat (wie dieser Zustand genau ist, wird auf der Grundlage des vor dem Einzug des Mieters in die Wohnung verfassten Protokolls festgelegt), unter Berücksichtigung des normalen Verbrauchs der Wohnungsausstattung.

Während der Gültigkeitsdauer des Mietvertrags kann der Eigentümer die Höhe der Gebühr für die Wohnung (der Miete) erhöhen. Zu diesem Zweck ist er verpflichtet, den Mieter schriftlich darüber zu informieren, mindestens drei Monate vor Eintritt der Erhöhung (im Vertrag können die Parteien eine längere Frist dafür festlegen). Die Mieterhöhung kann nicht beliebig sein – sie muss innerhalb der gesetzlich festgelegten Grenzen Platz haben: sie muss dem Eigentümer die Kosten der Erhaltung des Lokals sowie einen angemessenen (aber keinen wucherischen) Profit garantieren. Auf Forderung des Mieters ist der Eigentümer verpflichtet, den Grund für die Erhöhung der Miete sowie deren Berechnung vorzuweisen.
Der Mieter kann sich, wenn er mit der Erhöhung nicht einverstanden ist, innerhalb von zwei Monaten nach Erhalt der Benachrichtigung über diese, an ein Gericht zwecks Regelung wenden. Eine Erhöhung der Gebühren kann nicht öfter als alle sechs Monate eintreten.

Der Mietvertrag einer Wohnung kann auf bestimmte Zeit (z. B. bis zu einem bestimmten Tag oder für eine bestimmte Anzahl von Monaten oder Jahren) oder auf unbestimmte Zeit abgeschlossen werden. In beiden Fällen kann der Vertrag durch jede der Vertragsparteien gekündigt werden.
Der Mieter muss, um einen auf unbestimmte Zeit abgeschlossenen Vertrag zu kündigen, eine bestimmte Kündigungsfrist einhalten (der Zeitraum zwischen der Benachrichtigung über den Wunsch der Kündigung des Vertrags und der Beendigung des Mietverhältnisses). Dieser Zeitraum beträgt für gewöhnlich drei Monate, außer die Vertragsparteien legen im Vertrag einen anderen Zeitraum fest.
Die Auflösung eines Mietvertrags, der auf bestimmte Zeit abgeschlossen wurde, durch den Mieter kann hingegen nur dann eintreten, wenn die Parteien eine solche Möglichkeit im Mietvertrag vorgesehen haben. Im gegenteiligen Fall erlischt die Gültigkeit des Vertrags erst mit Ablauf des Zeitraums, für den der Vertrag abgeschlossen wurde.

Der Eigentümer der Wohnung (der Vermieter) kann sowohl einen auf bestimmte wie auch auf unbestimmte Zeit abgeschlossenen Vertrag auflösen, aber nur in bestimmten Fällen. Der Vermieter kann den Mietvertrag insbesondere dann auflösen, wenn:

  • der Mieter die Wohnung nicht gemäß ihrem Verwendungszweck benutzt (z. B. die Wohnung beschädigt, den Frieden anderer Bewohner im gegebenen Gebäude stört),
  • mehr als drei Monate mit der Zahlung der Gebühren für die Wohnung im Rückstand ist,
  • die Wohnung einer anderen Person ohne Einwilligung des Eigentümers (Vermieters) vermietet,
  • die Notwendigkeit einer Renovierung oder Abrisses des Gebäudes eintritt, in dem sich die Wohnung befindet.

In all diesen Fällen muss der Eigentümer (der Vermieter) eine einmonatige Kündigungsfrist einhalten. Die Auflösung des Mietvertrags sollte schriftlich bei sonstiger Unwirksamkeit erfolgen sowie den Grund der Kündigung bezeichnen.