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Ratgeber für die polnische Staatsangehörigkeit

 
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Polnisches Staatsangehörigkeitsgesetz von 1920

Wichtige Informationen
Gesetz aus dem Jahr 1920 ansehen

Die erste polnische rechtliche Regelung die Polnische Staatsangehörigkeit betreffend war das polnische Staatsangehörigkeitsgesetz vom 20. Januar 1920. In erster Reihenfolge regeln die Bestimmungen dieses Gesetzes die Personengruppe, die nach 123 Jahren Abhängigkeit Staatsbürger des wiedergeborenen, polnischen Staates waren. Gemäß den Bestimmungen stand all jenen Personen das Recht auf die polnische Staatsangehörigkeit zu, die:

1. Auf dem Gebiet des Polnischen Staates angesiedelt waren, wenn ihnen nicht die Staatsangehörigkeit eines anderen Landes zustand. Als auf polnischem Gebiet angesiedelt wurden jene Personen betrachtet, die:

  • im ständigen Melderegister des ehemaligen Polnischen Königreiches eingetragen waren oder das Recht darauf hatten, dort eingetragen zu sein;
  • das Recht auf Zugehörigkeit zu einer der Gemeinden auf dem Gebiet des Polnischen Staates, welches zuvor ein Teil des Österreichischen oder Ungarischen Staates war, hatten;
  • aus Deutscher Staatsangehörigkeit heraus ihren Hauptwohnsitz auf Polnischem Staatsgebiet hatten, welches zuvor einen Teil des Preußischen Staates darstellte;
  • eingetragen waren in einer Stadt- oder Dorfgemeinde, oder einer der Staaten-Organisationen auf dem Gebiet des ehemaligen Russischen Kaiserreichs, welche einen Teil des Polnischen Staates darstellen;

2. Auf dem Gebiet des Polnischen Staates geboren wurden, wenn ihnen keine andere Staatsangehörigkeit zustand.

Im Gesetz wurden auch die Bestimmungen für den Erwerb der polnischen Staatsangehörigkeit sowie für deren Verlust festgelegt. Gemäß den Vorschriften erlangte man die polnische Staatsangehörigkeit auf Grundlage der folgenden Bedingungen:

1. Erwerb der Staatsangehörigkeit durch Geburt. Durch die Geburt erwarben eheliche Kinder die Staatsangehörigkeit des Vaters – uneheliche Kinder hingegen die Staatsangehörigkeit der Mutter. Kinder unbekannter Eltern, die auf dem Gebiet des polnischen Staates geboren oder gefunden wurden, wurden als polnische Staatsbürger angesehen, falls nicht erwiesen werden konnte, dass diese eine andere Staatsangehörigkeit besitzen.

2. Erwerb der Staatsangehörigkeit durch Recht, Anerkennung oder Adoption. Ein Kind, dass das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, hat durch Recht, Anerkennung oder Adoption die Staatsangehörigkeit des Vaters oder der Mutter, oder auch einer anderen anerkennenden oder adoptierenden Person, erworben. Der Erwerb der Staatsangehörigkeit durch Recht beruhte darauf, dass im Fall, wenn die Eltern eines unehelichen Kindes geheiratet haben, das Kind die Staatsangehörigkeit seines Vaters erwarb.

3. Erwerb der Staatsangehörigkeit durch Heirat. Gemäß dieser Regel erwarb eine fremde Staatsangehörige die polnische Staatsangehörigkeit durch die Hochzeit mit einem polnischen Staatsangehörigen. Die Einheitsregel betreffend die Staatsangehörigkeit zweier Eheleute war zu dieser Zeit in vielen Staaten gängig.

4. Erwerb der Staatsangehörigkeit durch Verleihung. Gemäß dieser Regel konnte ein fremder Staatsangehöriger einen Antrag auf Verleihung der polnischen Staatsangehörigkeit an den polnischen Staat stellen. Falls er die im Gesetz beschriebenen Bestimmungen erfüllte, konnte er mit dem Erhalt der polnischen Staatsangehörigkeit rechnen.

5. Erwerb der Staatsangehörigkeit durch Ausübung eines öffentlichen Amtes oder Beitritt zum Militärdienst im Polnischen Staat. Gemäß dieser Regel erwarb ein fremder Staatsangehöriger die polnische Staatsangehörigkeit durch Ausübung eines öffentlichen Amtes in Polen oder Eintritt in das polnische Militär.

Zum Thema der Bestimmungen über den Verlust der polnischen Staatsangehörigkeit, die durch dieses Gesetz geregelt wurden, siehe Kapitel Von 31. Januar 1920 bis 18. Januar 1951 geltende Bestimmungen.