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Ratgeber für die polnische Staatsangehörigkeit

 
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Aufenthalt der Dauer von 3 Monaten bis zu 5 Jahren

Das Aufenthaltsrecht für eine Dauer von mehr als drei Monaten steht den Bürgern der Europäischen Union und deren Familienmitgliedern zu, unter folgenden Bedingungen:

  • der EU-Bürger ist Angestellter oder eine auf eigene Rechnung arbeitende Person im aufnehmenden Mitgliedstaat, oder
  • der EU-Bürger besitzt die entsprechenden Mittel für sich selbst und seine Familienmitglieder, um keine Belastung für das Sozialhilfesystem des aufnehmenden Mitgliedstaates darzustellen, oder
  • der EU-Bürger ist Student oder absolviert eine berufliche Schulung und besitzt ausreichende finanzielle Mittel für sich selbst und seine Familienmitglieder, so dass er keine Belastung für das Sozialhilfesystem darstellt und besitzt darüber hinaus eine vollständige Gesundheitsversicherung im aufnehmenden Mitgliedstaat.

Der Mitgliedstaat kann von den Unionsbürgern und deren Familienmitgliedern die Registrierung im entsprechenden Amt innerhalb eines Zeitraumes von drei Monaten ab dem Tag der Ankunft verlangen. Diese erhalten daraufhin eine Bestätigung über die Registrierung nach der Erbringung des Beweises, dass sie Angestellter, Student, auf eigene Rechnung arbeitende Person oder finanziell selbsterhaltend sind. Die Mitgliedstaaten können von den Familienmitgliedern des EU-Bürgers einen Beweis der familiären Beziehung oder der dauerhaften Partnerschaft sowie die Erfüllung der restlichen festgelegten Vorschriften (entsprechendes Alter, finanzielle Abhängigkeit, gesundheitliche Umstände) verlangen. Daraufhin erhalten diese Personen eine Bestätigung über die Registrierung.

Familienmitglieder eines EU-Bürgers, die keine eigene Unionsbürgerschaft besitzen, sind verpflichtet, einen Antrag auf Ausstellung einer Aufenthaltskarte zu stellen, in einem Termin, der nicht kürzer als drei Monate seit dem Tag der Ankunft ist. Sie sind zur Vorlage analoger Beweise, wie oben beschrieben, verpflichtet.

Die Aufenthaltskarte ist fünf Jahre ab dem Tag der Ausstellung (oder kürzer, wenn der deklarierte Aufenthalt kürzer dauert) gültig. Sie kann im Fall einer sehr langen Abwesenheit der gegebenen Person in dem Staat, in dem die Karte ausgestellt wurde, ihre Gültigkeit verlieren – die maximal zulässige Dauer der Abwesenheit beträgt sechs Monate im Jahr. Dieser Zeitraum kann aus wichtigen Gründen, wie Schwangerschaft und Geburt, schwerwiegende Erkrankung, Studium, Berufsausbildung, Delegation in einen anderen Staat oder verpflichtender Wehrdienst auf maximal zwölf Monate verlängert werden.

Weder die Bestätigung der Registrierung, noch die Aufenthaltskarte sind unbedingt notwendig, um im Staat des Aufenthalts Arbeit aufnehmen zu können. Die Aufenthaltskarte befreit diejenigen Familienmitglieder des EU-Bürgers von der Pflicht, ein Visum zu besitzen, die selber die Unionsbürgerschaft nicht besitzen und eine solche Pflicht hätten.

Familienmitglieder eines EU-Bürgers können das Recht auf Aufenthalt in einem Mitgliedstaat der Union auch nach dessen Tod oder Ausreise aus diesem Staat behalten. Wenn diese die Unionsbürgerschaft besitzen, steht ihnen das Aufenthaltsrecht gemäß den Bestimmungen, die alle EU-Bürger betreffen, zu, also müssen sie die Bedingungen bezüglich Arbeit, Wirtschaftstätigkeit, Bildung oder finanzieller Selbsterhaltung erfüllen. Wenn diese jedoch die Unionsbürgerschaft nicht besitzen, sind die Bedingungen zur Beibehaltung des Aufenthaltsrechts um einiges strenger:

  • sie verlieren dieses Recht nicht, wenn sie in einem der Mitgliedstaaten als Familienmitglied eines EU-Bürgers für die Dauer von mindestens einem Jahr vor dessen Tod gewohnt haben,
  • das Aufenthaltsrecht verlieren ebenfalls die Kinder des EU-Bürgers sowie der Elternteil, der für sie sorgt, nicht, wenn die Kinder in einem Mitgliedstaat wohnen und dort in die Schule gehen oder studieren.

Im Fall von Scheidungen (eventueller Annullierung der Ehe oder Auflösung der Partnerschaft), verlieren Familienmitglieder des EU-Bürgers, die sich nicht mit einer eigenen Unionsbürgerschaft ausweisen, das Aufenthaltsrecht nicht, unter der Bedingung, dass:

  • die Ehe oder eingetragene Partnerschaft vor dem Beginn des Scheidungsprozesses oder Auflösung der Partnerschaft mindestens drei Jahre gedauert hat, davon mindestens ein Jahr im aufnehmenden Staat, oder
  • Kraft einer Einigung der Eheleute, Partner oder Entscheidung eines Gerichts, der ehemalige Ehepartner oder Partner für die Kinder des EU-Bürgers sorgt, oder
  • besonders schwierige Umstände bestehen, z.B. wenn das Familienmitglied, dass die Unionsbürgerschaft nicht besitzt, ein Opfer häuslicher Gewalt während der Dauer der Ehe war, oder
  • der ehemalige Ehepartner oder Partner ein Recht auf Besuch des minderjährigen Kindes hat, wenn laut der Entscheidung des Gerichts der Besuch im aufnehmenden Mitgliedstaat stattfinden muss.